Das Spiraculum
Sandstein, durchbrochen wie Spitze. Früher hätte man Rosette gesagt. Wir sagen Spiraculum, das Atemloch, denn durch die Öffnungen atmet der Dachboden. Bei der Sanierung haben wir es gesäubert und dort gelassen, wo es hingehört.


Seit dem Wiederaufbau 1704 steht das Haus am Basteiplatz. Über die Jahrhunderte wurde es verändert. Nach der Sanierung könnt ihr heute auf seinen drei Etagen Urlaub machen.
Zur Hausgeschichte
Die geflößten Balken und der Sandstein aus den Brüchen der Stadt bilden noch immer den Kern des Hauses. Vieles kam später hinzu. Bei der Sanierung haben wir die alten Bauteile freigelegt und repariert, soweit sie erhalten werden konnten.
Zur Sanierung
Hausgeschichte
Nach dem großen Stadtbrand 1704 war das Haus am Basteiplatz eines der ersten, die in Schandau wieder standen. Für den Wiederaufbau kamen die Balken geflößt die Kirnitzsch und die Elbe herunter, der Sandstein aus den Brüchen der Stadt, und beides trägt das Haus bis heute. Ausgesehen hat es seitdem öfter anders. Die ältesten Bilder, die wir kennen, sind Postkarten von 1903: links das Haus, davor der Bach, dahinter der Hang, und auf dem Platz zwei Spaziergänger, die es nicht eilig haben.
In der Bauakte Nr. 244 liegt die Ostseite als Zeichnung, mit Feder und Lineal, jede Fensterachse, jedes Balkongitter, die Spiracula im Giebel. Wer heute vom Basteiplatz hochschaut, findet sie wieder.



Sandstein, durchbrochen wie Spitze. Früher hätte man Rosette gesagt. Wir sagen Spiraculum, das Atemloch, denn durch die Öffnungen atmet der Dachboden. Bei der Sanierung haben wir es gesäubert und dort gelassen, wo es hingehört.

Ganz oben am Giebel sitzt ein Drache aus Keramik, die Flügel gespreizt, das Maul offen. Er war schon da, als wir kamen. Wir haben ihn abgestaubt, mehr nicht. Manche sagen, er passt auf das Haus auf. Ob das stimmt, wissen wir nicht. Geschadet hat's bisher nicht.

Nach dem großen Stadtbrand von 1704 gehörte das Haus zu den ersten, die in Schandau wiederaufgebaut wurden. Die Etagen haben sich seitdem unterschiedlich entwickelt: unten die ehemalige Schusterwerkstatt, darüber die Beletage mit ihren hohen Stuckdecken und ganz oben der Dachstuhl, dessen Balken heute offen zu sehen sind.
Heute ist daraus ein kleines Boutique-Gästehaus geworden. Ihr wohnt in eurem eigenen Apartment, kocht, sauniert und schlaft aus. Wir machen im Hintergrund sauber, füllen euch auf Wunsch vor der Ankunft den Kühlschrank und lassen euch ansonsten eure Ruhe.
Die Kirnitzsch gehört zum Haus. Lasst nachts das Fenster einen Spalt offen, dann rauscht sie euch in den Schlaf.
Die Innentüren haben ihre Beschläge behalten, die Zementfliesen im Flur ihr Muster. Im Treppenhaus ist die Sandsteinmauer wieder sichtbar. Solche Bauteile haben wir repariert und weiterverwendet, wo es möglich war.




Die Sanierung
Zu Beginn war vieles von der alten Bausubstanz verdeckt. Erst als spätere Einbauten und Verkleidungen entfernt waren, zeigte sich, was darunter lag: Balken, Sandstein, Dielen und alte Türen. Dann musste Stück für Stück entschieden werden, was erhalten werden konnte und wo eine Reparatur nötig war.

So stand das Haus da, als wir anfingen. Im Dach lag der Staub von Jahrzehnten, und an einer Stelle kam der Efeu zum Fenster herein.
Über den Durchgängen kamen Ziegelstürze zum Vorschein, an den Wänden Sandstein und unter den Verkleidungen die alten Balken. Heute könnt ihr an vielen Stellen sehen, wie das Haus gebaut wurde.
Für die Apartments brauchte das Haus neue Leitungen, Dämmung, Küchen und Bäder. Jedes Apartment bekam eine eigene Sauna. Die Wärme für das Haus liefert eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit einer 80 Meter tiefen Erdsonde. Die Saunen werden separat mit Elektroöfen beheizt.
Drei Jahre. Geplant war's kürzer. Geblieben sind die Balkenlagen, der Sandstein, der alte Drache auf dem Dach und vieles, was nur einmal ordentlich abgestaubt werden musste. Den Rest haben Handwerker aus der Gegend neu gemacht, vom Stuck über Fassade und Ziegel bis zu den Möbeln. Nach 150 bis 200 Jahren war das auch fällig.
Erst Baustelle,
heute kommt man hier an.
Vielleicht kennt ihr schon unser Umgebinde 1657 drüben in Krippen. Hier am Basteiplatz haben wir drei Jahre lang Putz abgeklopft, Balken freigelegt, Leitungen gezogen, Saunen eingebaut und mehr Staub geschluckt, als uns lieb war. Jetzt wohnt ihr drin. Fehlt was, sagt mir Bescheid.
felix@obscuratorium.de
Ich freu mich auf euch!
Felix
Und das sind eure Gastgeber
Lange vor uns haben die beiden hier gewohnt. Unten hatte Gustav seine Werkstatt, eine Treppe höher nähte Pauline. Ab 2027 begrüßen sie euch bei der Ankunft aus dem Phonographen. Ihre Spuren findet ihr schon heute überall im Haus: in der Werkstatt, zwischen Stoff und Garn, in den kleinen Dingen, die sie dagelassen haben.

Schuster und Schweizführer, so hießen die Männer, die Kurgäste hinaus in die Felsen brachten. Tagsüber flickte er Wanderschuhe, und hielt das Wetter, ging's mit den Gästen zu den Steinen. Wurde ihm bange, machte er Witze. Seine Werkstatt ist heute die Alte Schusterei.

Damenschneiderin. Scharf, schnell, pragmatisch. Sie nähte für die Kurgäste, rechnete nach, was übrig blieb, und hielt das Haus zusammen, ob es wollte oder nicht. Ihr Reich lag eine Treppe höher, dort, wo heute die Beletage ist.
Sie freuen sich auf euch. Wir übrigens auch.
Euer Aufenthalt
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Drei Etagen, in jedem Apartment eine eigene Sauna, die Kirnitzsch vor der Tür.
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